24. Juli 2019

#hundeleben (inkl. Podcast)

Hymne an unsere Fellnasen-Götter

 

 

Unter hundert Menschen liebe ich nur einen, – unter hundert Hunden neunundneunzig.

(Marie von Ebner-Eschenbach)

Lass den Hund bellen, singen kann er nicht.

(Friedrich von Schiller)

 

Freude, vierbeiniger Götterfunken,
seid umschlungen Millionen von Hunden
Wir huldigen liebestrunken,
wem der große Wurf gelungen

Unseren besten Freund

lieben, ziehen, schieben,
ihm wie ein Drachen an der Leine hinterherfliegen,
vollquatschen, überall betatschen,
enthusiastisch loben, ungelenk mit ihm toben.
Wie wir unbeholfen gestikulieren, schräge Geräusche imitieren,
mit Leckerchen nur so prassen, schneiden debile Grimassen,
und es bei konsequenter Inkonsequenz belassen

Oh Du kampfschmusender Kläffer,
wadenbeißender Wischmop,
handzahmer Handtaschenwächter,
beschwingter Bürgersteigdekorateur
possierlicher Pulliträger,
Komm‘ an meine Brust, mein haariges Kind!

Juchhe, welch‘ ein Augenschmaus!
Auf, auf Ihr
Plattnasen-Röchler,
Schlappohr-Schnüffel-Junkies,
Gesichts-schlabbernde Ed von Schlecks,
bauchig-bullige Wuchtbrummen,
spielet Rosetten-Karussell und Analdrüsen-Polonäse!
Anmut ist eine bewegliche Schönheit

Freude empfinden alle Wesen,
bei der Häufchen-Schnitzeljagd in der Natur,
alle Guten, alle Bösen
folgen ihrer Tretminenspur

Bernd Raguse ohne (Schiller-)Locken meets Friedrich von Schiller

 

NACHRUF vom 13.07.2020

Lieber Nelson,

wann immer ich „orientierungslos“ war,

wurde ich von Dir „getragen“,

mit Deinem Herzen.

In unseren letzten gemeinsamen Wochen,

als Du nicht mehr laufen konntest,

und Dir etwas Halt fehlte,

durfte ich Dich tragen,

an meinem Herzen,

in meinem Herzen.

 

Beschnüffel‘ schon mal die „neue Umgebung“

; -)

Bis bald,

in Liebe Bernd und Petra

 

Photos: Bernd Raguse

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