24. Juli 2019

#hundeleben (inkl. Audio)

Hymne an unsere Fellnasen-Götter

 

 

Unter hundert Menschen liebe ich nur einen, – unter hundert Hunden neunundneunzig.

(Marie von Ebner-Eschenbach)

Lass den Hund bellen, singen kann er nicht.

(Friedrich von Schiller)

 

Freude, vierbeiniger Götterfunken,
seid umschlungen Millionen von Hunden
Wir huldigen liebestrunken,
wem der große Wurf gelungen

Unseren besten Freund

lieben, ziehen, schieben,
ihm wie ein Drachen an der Leine hinterherfliegen,
vollquatschen, überall betatschen,
enthusiastisch loben, ungelenk mit ihm toben.
Wie wir unbeholfen gestikulieren, schräge Geräusche imitieren,
mit Leckerchen nur so prassen, schneiden debile Grimassen,
und es bei konsequenter Inkonsequenz belassen

Oh Du kampfschmusender Kläffer,
wadenbeißender Wischmop,
handzahmer Handtaschenwächter,
beschwingter Bürgersteigdekorateur
possierlicher Pulliträger,
Komm‘ an meine Brust, mein haariges Kind!

Juchhe, welch‘ ein Augenschmaus!
Auf, auf Ihr
Plattnasen-Röchler,
Schlappohr-Schnüffel-Junkies,
Gesichts-schlabbernde Ed von Schlecks,
bauchig-bullige Wuchtbrummen,
spielet Rosetten-Karussell und Analdrüsen-Polonäse!
Anmut ist eine bewegliche Schönheit

Freude empfinden alle Wesen,
bei der Häufchen-Schnitzeljagd in der Natur,
alle Guten, alle Bösen
folgen ihrer Tretminenspur

Bernd Raguse ohne (Schiller-)Locken meets Friedrich von Schiller

Photo: Bernd Raguse

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